Duale Ausbildung bildet den Schwerpunkt
Die Fachklassen des dualen Systems stellen den größten Schülerbereich der Berufskollegs im Kreis. Sie richten sich an Auszubildende und stehen damit für den Ausbildungsweg, der dort zahlenmäßig am stärksten vertreten ist. Daneben listet der Kreis Berufsfachschulen, höhere Berufsfachschulen, Fachoberschulen sowie berufliche Gymnasien und Fachschulen. Diese Mischung erklärt, warum das Berufskolleg kein einzelnes Abschlussziel beschreibt: Es bündelt berufliche Bildung und schulische Abschlüsse in unterschiedlichen Bildungsgängen. Aus der Angebotsübersicht folgt jedoch nicht, dass alle Wege an jedem Standort verfügbar sind; die Beispiele verteilen sich auf mehrere Berufskollegs.
Fachliche Schwerpunkte führen auch zum Abitur
Bei den beruflichen Gymnasien treffen allgemeine und fachliche Ziele zusammen. Der Kreis nennt die Allgemeine Hochschulreife als einen Abschluss, der an Berufskollegs erworben werden kann, und führt berufliche Gymnasien mit den Fachrichtungen Wirtschaft und Verwaltung, Technik sowie Sozial- und Gesundheitswesen auf. Konkret gibt es Wirtschaftsgymnasien in Bonn-Duisdorf und Siegburg; für Technik nennt die Übersicht Ingenieurwissenschaften und Elektrotechnik in Hennef. Troisdorf steht mit Gesundheit und Erziehung für einen weiteren Schwerpunkt. Hennef ergänzt das Bild durch sein gewerblich-technisches Profil: Die Berufsfelder reichen von Bau-, Holz- und Farbtechnik über Elektro-, Metall-, Mechatronik- und Informationstechnik bis zu Ernährung und Hauswirtschaft. Das macht die fachliche Ausrichtung sichtbar, ohne daraus ein vollständiges Standortangebot für alle Schulen abzuleiten.
Weiterbildung und kombinierte Abschlüsse
Auch nach der beruflichen Erstausbildung bleibt das Berufskolleg als Bildungsort relevant: Fachschulen bieten unter anderem nebenberufliche Weiterbildungen an. Das benennt eine Möglichkeit zur Weiterqualifizierung, ohne festzulegen, welche Voraussetzungen für einzelne Bildungsgänge gelten. In Bonn-Duisdorf lässt sich eine kaufmännische Berufsausbildung mit dem Erwerb der Fachhochschulreife verbinden. Der Kreis beschreibt dies als doppelqualifizierenden Abschluss; nach seiner Darstellung berechtigt die Fachhochschulreife zum Hochschulstudium. Der Standort zeigt daneben agrarwirtschaftliche Angebote: Dazu zählen agrarwirtschaftliche Berufsschulen sowie Fachoberschulklassen für Agrarwirtschaft. Kaufmännische und agrarische Wege stehen hier also nebeneinander. Zusammen mit den Beispielen aus Hennef wird deutlich, dass die Berufskollegs des Kreises unterschiedliche Fachrichtungen und Bildungsziele an mehreren Standorten bündeln.