Pflegeformen nach Anlass und Zeitraum
Der Anlass und der mögliche Zeitraum unterscheiden die Pflegeformen. In der Vollzeitpflege auf Dauer leben Kinder dauerhaft nicht bei ihren Eltern; die Pflegefamilie bietet ihnen ein neues Zuhause. Der Kontakt zu den leiblichen Eltern soll möglichst bestehen bleiben. Bei der Vollzeitpflege auf Zeit haben die Kinder eine gute Beziehung zu ihren Eltern, die daran arbeiten, ihre problematische Situation zu verbessern. Das Kind bleibt bei der Pflegefamilie, bis die Eltern wieder Verantwortung übernehmen können; das kann mehrere Wochen oder Monate dauern. Bereitschaftspflege hilft, wenn ein Kind wegen einer Notsituation kurzfristig untergebracht werden muss. Pflegeeltern helfen dann spontan. Wie es danach weitergeht, klärt das Jugendamt.
Fachpflege und besondere Unterstützung
Manche Kinder müssen wichtige soziale und emotionale Entwicklungen nachholen. Verlässliche Pflegeeltern und ein sicheres, stabiles familiäres Umfeld helfen ihnen dabei. Eine weitere Form ist die Fachpflege. Sie ist für Kinder gedacht, die mehr Unterstützung und einen höheren erzieherischen Bedarf haben. Fachpflegefamilien erhalten im häuslichen Umfeld intensive Beratung und Begleitung durch den Kreis. Wegen der höheren Anforderungen muss mindestens ein Elternteil der Pflegefamilie eine pädagogische Ausbildung haben.
Zusammenarbeit und Begleitung durch den Kreis
Pflegeeltern sollen bereit sein, mit den leiblichen Eltern des Pflegekindes und dem Jugendamt zusammenzuarbeiten. Außerdem sollen alle Mitglieder der Familie die Entscheidung mittragen, Pflegefamilie zu werden. Der Kreis schult Pflegefamilien in einem mehrteiligen Qualifizierungskurs und begleitet sie kontinuierlich. Er vermittelt zwischen Herkunfts- und Pflegefamilie und begleitet in der Regel die Besuchskontakte mit den leiblichen Eltern. Zum Angebot gehören auch ein Netzwerk mit anderen Pflegefamilien, Unterstützung in allen Belangen des Pflegeverhältnisses und Fachtagungen zum Thema Pflegefamilie. Pflegegeld und Beihilfen werden ebenfalls genannt.