Vom Gründungsverbund zum regionalen Netzwerk
Der Notfallverbund Rhein-Sieg und Bonn startete 2019 mit zwölf Archiven und Bibliotheken aus der Region. Zu den Gründungsmitgliedern zählten das Kreisarchiv und die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn; außerdem waren Stadtarchive aus dem Kreis dabei. Die Mitglieder schlossen sich zusammen, um bei Notlagen gegenseitig Ressourcen für den Schutz von Archiv- und Bibliotheksgut bereitzustellen. Der Bericht beschreibt die Entwicklung als Erweiterung des Netzwerks: Nach dem Beitritt des Stadtarchivs Bornheim kam Hennef hinzu und wurde zum 15. Mitglied. Die genannten Zahlen zeigen eine wachsende Mitgliedschaft, sagen für sich genommen aber nichts über Umfang oder Verteilung der Bestände aus, die der Verbund schützt.
Hilfe umfasst Personal, Material und Ausweichmagazine
Die gegenseitige Unterstützung ist für Notfälle wie Brand oder Hochwasser vorgesehen. Die Einrichtungen können einander Personal und Material zur Verfügung stellen. Darüber hinaus nennt der Bericht Ausweichmagazine als austauschbare Ressource. Damit beschreibt er mehrere Formen der Hilfe: Mitarbeitende und benötigte Materialien können ebenso Teil der Unterstützung sein wie ein anderer Ort zur Unterbringung von Kulturgut. Der Kreisbericht fasst dieses Prinzip als Ressourcenbündelung auf und verbindet es mit dem Ziel, Schäden zu minimieren und Kulturgut zu retten. Welche konkrete Einrichtung im Ernstfall welche Ressource bereitstellt, legt die Quelle nicht fest; belegt ist das gemeinsame Bereitstellen als Verbundprinzip.
Vorsorge wird gemeinsam geübt und besprochen
Die Zusammenarbeit besteht auch außerhalb eines konkreten Einsatzes. Zu den Aufgaben gehören Notfallübungen und Fortbildungen zur Vorsorge; außerdem tauschen sich die Mitglieder in halbjährlichen Sitzungen aus. So werden praktische Übung, Weiterbildung und regelmäßige Abstimmung als feste Bestandteile der Verbundarbeit beschrieben. Der Bericht nennt daneben den historischen Hintergrund der Idee: Die Initiative zur gegenseitigen Hilfe ging 2003 von der Klassik Stiftung Weimar aus. Der Großbrand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im Jahr 2004, bei dem laut Bericht mehr als 50.000 Bücher zerstört und fast 120.000 Werke schwer beschädigt wurden, veranschaulicht die damalige Dringlichkeit. Er ist der historische Zusammenhang der Verbundidee, nicht ein Ereignis im Rhein-Sieg-Kreis.