Beratung mit Vorschlägen und Stellungnahmen
Der Naturschutzbeirat berät die untere Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises und wirkt an Schutz, Pflege und Entwicklung der Landschaft mit. Seine Rolle besteht darin, fachliche Perspektiven in die Arbeit der Behörde einzubringen: Er macht Vorschläge und gibt Anregungen. Außerdem äußert er sich zu wichtigen Entscheidungen und Maßnahmen der Behörde. Die Kreisverwaltung erhält so Hinweise und Stellungnahmen, die unterschiedliche Folgen für Natur und Landschaft in die fachliche Beratung einfließen lassen können. Das beschreibt eine beratende Mitwirkung; aus den vorliegenden Angaben folgt nicht, dass der Beirat selbst Verwaltungsentscheidungen trifft.

Ehrenamtliche Mitglieder aus mehreren Interessenbereichen
Das Gremium zählt 16 ehrenamtliche Mitglieder. Acht vertreten anerkannte Naturschutzvereinigungen, die übrigen acht kommen aus weiteren Bereichen, darunter Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Jagd, Fischerei, Sport und Imkerei. Die Mitglieder werden vom Kreistag für eine Wahlperiode gewählt. Damit treffen im Beirat organisierte Naturschutzperspektiven auf Interessen, die Landschaft auch landwirtschaftlich, wirtschaftlich oder für Freizeit und Erholung nutzen. Die Zusammensetzung schafft eine Grundlage, verschiedene Sichtweisen in die Beratung einzubringen; sie belegt für sich genommen nicht, dass alle Interessen in jeder Stellungnahme gleich gewichtet sind.

Ziele vermitteln und an Vorhaben mitwirken
Zur Aufgabe des Beirats gehört auch, den Bürgerinnen und Bürgern die Ziele von Landschaftspflege und Naturschutz zu vermitteln. Diese Verbindung zur Öffentlichkeit ergänzt die Beratung innerhalb der Verwaltung: Naturschutz wird so nicht nur als Gegenstand behördlicher Entscheidungen behandelt, sondern als Anliegen, dessen Absichten erklärt werden sollen. Der Jubiläumsbericht nennt historische Beteiligungen an größeren Vorhaben im Kreis: an der ICE-Neubaustrecke Frankfurt–Köln über Siegburg, an der Renaturierung von Camp Spich in Troisdorf und an der Erweiterung der Naturschule Aggerbogen in Lohmar. Die Beispiele zeigen, dass die Mitarbeit verschiedene Arten von Landschaftsentwicklung berührte. Sie belegen einzelne Beteiligungen, erlauben aber keine Aussage darüber, welchen konkreten Einfluss der Beirat auf den Ausgang der Projekte hatte.