Betriebskontrollen richten sich nach dem Risiko
Frank Stock kontrolliert Betriebe, die Lebensmittel herstellen oder verkaufen; seine Aufgabe ist laut Kreis der Verbraucherschutz. Das Spektrum reicht von Tankstellen mit belegten Brötchen über Supermärkte und Restaurants bis zu Pflegeheimen. Die Betriebe bewertet der Kreis nach individuellem Risiko: Fischverarbeitung ist dabei ein Beispiel für ein höheres Risiko als der Verkauf von Bonbons. Pflegeheime, Kitas und Krankenhäuser werden öfter kontrolliert als ein Büdchen. Die Besuche erfolgen unangemeldet. Vor Ort beurteilt Stock, wie sauber gearbeitet wird, wie Lebensmittel gelagert werden und wie oft Beschäftigte ihre Hände waschen.

Mängel können Beratung und Nachkontrollen nach sich ziehen
Die Kontrolle soll Mängel nicht nur feststellen. Stock und sein Team besprechen mit den Betrieben, wie sie diese beseitigen können; außerdem beraten sie etwa bei geplanten Umbaumaßnahmen. Manchmal gibt es Nachkontrollen. Abhängig vom Schweregrad der Mängel verhängt der Kreis Bußgelder. Schließungen kommen laut Darstellung relativ selten vor; Spinnweben in einer Ecke führen demnach nicht zur Schließung.

Trichinenproben und Laborqualität
Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt untersucht Routineproben zweimal wöchentlich. Im Kreis stammen die Proben insbesondere von allen geschlachteten oder erlegten Haus- und Wildschweinen sowie vereinzelt von Dachsen. Ausschlaggebend ist der qualitative Nachweis, also ob die Probe Trichinenlarven enthält. Rohes oder nicht ausreichend erhitztes infiziertes Fleisch kann Menschen schwer erkranken lassen. Bis zum Bericht vom 31. Oktober 2025 hatte das Labor 611 Hausschweine und 2.665 Wildschweine untersucht; eine infizierte Probe wurde nicht festgestellt.

Der BfR-Ringversuch prüfte zugleich die Laborarbeit: Vier nach Siegburg gesandte Proben waren mit abgezählten Larven vermischt oder unbehandelt. Das Labor kannte ihren Status nicht, ordnete alle Proben korrekt als positiv oder negativ ein und fand jede einzelne Larve. Der Kreis meldete eine Quote von 100 Prozent; das Labor kann dadurch weitere zwei Jahre Untersuchungen anbieten. Regelmäßige unangekündigte Audits externer Prüfender kontrollieren ebenfalls die Einhaltung der EU-Vorgaben. Für Proben gibt es neben dem Kreishaus sechs Abgabestellen in Much, Eitorf, Lohmar, Königswinter, Meckenheim und Bornheim; laut Kreis deckt das Netz den Kreis ab und vereinfacht den Aufwand.