Die regionale Bilanz zieht eine Gebietsgrenze
Die regionale Energiebilanz beantwortet eine räumliche Frage: Welche Energieverbräuche fallen innerhalb des Rhein-Sieg-Kreises an und welchen Sektoren lassen sie sich zuordnen? Sie umfasst etwa Verkehr, private Haushalte, Wirtschaft und Industrie. Bei zugelassenen Fahrzeugen zählt dabei der Ort des Verbrauchs: Treibstoff, der außerhalb des Kreises verfahren wird, bleibt außen vor. Einfahrende Pendlerinnen und Pendler werden ab der Kreisgrenze erfasst. So bildet die Bilanz regionale Verbräuche ab, während die Verwaltungsbilanz den Blick auf eine Organisation richtet. Die Übersichtsseite nennt einen Datenstand bis 2019; zugleich listet sie eine PDF mit dem Titel „CO2-Bilanz 2022“. Der Linktitel allein erläutert nicht, wie dieser Bericht zeitlich oder methodisch zur beschriebenen Bilanz steht. Deshalb sollte 2019 hier als auf der Seite genannter Datenstand verstanden werden, nicht als Aussage, dass keine neuere Bilanz existiert.

Die Verwaltungsbilanz sortiert Emissionen nach ihrem Bezug
Die Verwaltungsbilanz nimmt die Kreisverwaltung und unter anderem deren Liegenschaften in den Blick. Ihr Basisjahr ist 2024. Sie ordnet Emissionen drei Kategorien zu: unmittelbar durch eigene Quellen verursachte, aus bezogener Energie stammende und weitere indirekte Emissionen. Zu den Beispielen für diese letzte Gruppe zählen Arbeitswege der Beschäftigten, Bauvorhaben und eingekaufte Waren oder Dienstleistungen. Als große Quellen nennt die Bilanz Wärme in Gebäuden, Baumaterialien einschließlich Straßenbau und die Arbeitswege. Damit reicht der erfasste Fußabdruck über den Energieverbrauch im Verwaltungsgebäude hinaus. Die vier Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften haben laut Seite eigene Bilanzen erstellt oder arbeiten daran. Eine Zusammenführung dieser Einzelbilanzen zu einem umfassenden Gesamtbild ist dort als Ziel beschrieben, nicht als bereits vollzogener Schritt.

Zeitraum und Kategorien bestimmen den Vergleich
Die beiden Bilanzen beantworten damit unterschiedliche Fragen: Die regionale Energiebilanz ordnet Verbrauch nach Ort und Sektor; die Verwaltungsbilanz betrachtet Emissionen im Zusammenhang mit dem Betrieb der Kreisverwaltung und gliedert sie nach ihrer Entstehungsart. Beide verwenden CO2-Äquivalente, die unterschiedliche Treibhauswirkungen der Gase berücksichtigen. Die gemeinsame Einheit macht ihre Gegenstände jedoch nicht deckungsgleich. Auch die Zeitangaben sind verschieden: Die regionale Übersichtsseite nennt Daten bis 2019 und führt zugleich den Berichtstitel für 2022 auf, während die Verwaltungsbilanz ausdrücklich das Basisjahr 2024 hat. Ein direkter Vergleich als Entwicklung über die Zeit lässt sich aus diesen Angaben allein nicht ableiten. Für Leserinnen und Leser kommt es daher zuerst darauf an, welche Frage sie stellen: Geht es um Energieverbrauch innerhalb der Kreisgrenzen oder um Emissionsquellen der Verwaltung? Erst mit dieser Einordnung wird klar, welche Bilanz zur jeweiligen Frage passt.