Werkzeuge werden zum Ausgangspunkt eigener Vorhaben
In den Digital Making Places stehen Geräte bereit, mit denen Lernende digitale Ideen praktisch umsetzen können. Dazu gehören 3-D-Drucker, Lasercutter und programmierbare Roboter. Der Einsatz beschränkt sich damit nicht auf das Bedienen eines Bildschirms: Die Werkzeuge können beim Entwerfen, Herstellen und Erproben von Gegenständen oder Lösungen zusammenwirken. Der Kreis beschreibt als Ziel, dass Schülerinnen und Schüler kreative Problemlösungen entwickeln und im Team brauchbare Dinge herstellen. Was dabei jeweils entsteht, hängt vom Vorhaben der Lerngruppe ab; die Berichte legen keine festen Aufgaben oder ein einheitliches Lernprogramm fest.
Die Arbeit ist in vier Bereiche gegliedert: Audio, visuelle Medien, praktisches Gestalten sowie Programmieren. Lerngruppen können sich auf einen Schwerpunkt konzentrieren oder mehrere Bereiche miteinander verbinden. Dadurch lässt sich ein Vorhaben unterschiedlich angehen: Ein Projekt kann etwa digitale Gestaltung mit einer praktischen Umsetzung verknüpfen. Die vierteilige Ordnung beschreibt also die verfügbaren Lernzugänge, nicht vier voneinander getrennte Kurse. Die Berichte nennen keine verbindlichen Inhalte für einzelne Altersstufen.
Selbst ausprobieren und gemeinsam herstellen
Pädagogisch steht das eigenständige Experimentieren im Vordergrund. Die Kinder und Jugendlichen sollen ohne enge Vorgaben ausprobieren und eigene Lösungen entwickeln. Lehrkräfte begleiten die Arbeit, während die Lernenden selbst erkunden, wie sich eine Idee mit den verfügbaren Werkzeugen umsetzen lässt. Das gemeinsame Herstellen gehört ebenfalls zum Konzept: Die Gruppe arbeitet an einem Ergebnis und kann dabei unterschiedliche Fähigkeiten und Ansätze einbringen. So wird die Werkstatt nicht nur als Ort zum Kennenlernen von Technik genutzt, sondern als Lernumgebung, in der praktisches Tun und digitales Arbeiten zusammenkommen.
Ein regionales Beispiel liefert das Städtische Gymnasium Rheinbach: Dort wird der Einsatz in Arbeitsgemeinschaften und bei Schülerprojekten, etwa im forschenden Lernen, beschrieben. Das zeigt eine mögliche Nutzung im Schulalltag, belegt aber nicht, dass jede Schule dieselben Formate anbietet. Die Kreisberichte machen damit sowohl die pädagogische Idee als auch eine konkrete Anwendung sichtbar, ohne daraus ein kreisweites Pflichtangebot abzuleiten.
Drei Standorte, Nutzung durch Schulen und Ausleihe
Die drei eingerichteten Orte liegen am Städtischen Gymnasium Rheinbach, an der Gesamtschule Hennef-West und an der Rupert-Neudeck-Hauptschule in Troisdorf. Interessierte Schulen können einen Digital Making Place für Lerngruppen nutzen oder bestimmte Werkzeuge ausleihen. Vor der Nutzung beziehungsweise Ausleihe ist eine Kurzschulung der verantwortlichen Lehrkräfte vorgesehen. Damit verbindet das Angebot einen Besuch vor Ort mit einer Möglichkeit, Geräte an die eigene Schule mitzunehmen. Die Kurzschulung schafft dabei eine gemeinsame Einführung für Lehrkräfte; die Berichte nennen weder einen festen zeitlichen Umfang noch Einzelheiten zum Ablauf. Beschrieben ist somit ein zugängliches, aber vorbereitetes Angebot: Schulen melden Interesse an, und Lehrkräfte machen sich vorab mit dem Einsatz vertraut.