Mehrere Behörden, ein Integrationsanliegen: Das erste KIM-Gespräch vorbereiten
16.10.2026
Wer mehrere Behörden oder Beratungsstellen einbezieht, kann das erste KIM-Gespräch mit einer knappen Übersicht gezielter nutzen. So ordnen Sie Anliegen, Fristen und nächste Schritte.
Vor dem Termin: eine Seite statt eines Aktenstapels
Wenn mehrere Stellen beteiligt sind, kostet es Zeit, denselben Hintergrund bei jedem Kontakt neu zu erzählen. Eine kompakte Übersicht kann das erste Gespräch strukturieren: Was ist das konkrete Anliegen? Seit wann besteht es? Welche Personen oder Stellen sind bereits beteiligt? Was wurde schon beantragt oder vereinbart? Notieren Sie pro Punkt kurz den aktuellen Stand und die offene Frage. Das ist eine praktische Vorbereitung, keine amtliche Vorgabe. Nehmen Sie nur Unterlagen mit, die für die besprochenen Fragen relevant sind. Wenn Sie mehrere Themen haben, markieren Sie, welches zuerst geklärt werden muss. KIM richtet sich an Menschen mit internationaler Familiengeschichte und bietet kostenlose, vertrauliche Beratung; die Begleitung soll gemeinsam mit Ratsuchenden Ziele ordnen und passende Angebote erschließen.
Ziele und Fristen konkret sortieren
Formulieren Sie ein oder zwei gewünschte nächste Ergebnisse in Alltagssprache: etwa einen Überblick über passende Unterstützung zu gewinnen oder zu klären, welche Stelle für einen Antrag zuständig ist. Das Case Management kann bei Behördenkontakten und Anträgen unterstützen. Daraus folgt jedoch nicht, dass eine Frist automatisch gehemmt oder ein Antrag bewilligt wird. Bringen Sie daher bekannte Termine, Fristen und Schreiben mit und nennen Sie, wenn etwas zeitkritisch ist. Fragen Sie im Gespräch, was als Nächstes getan werden soll, wer dafür zuständig ist und bis wann Sie eine Rückmeldung erwarten können. Bei rechtlichen oder finanziellen Entscheidungen bleibt die jeweilige zuständige Stelle maßgeblich; das ist eine wichtige Abgrenzung, weil der Kreis Case Management und Ausländer- beziehungsweise Einbürgerungsbehörden als unterschiedliche KIM-Module aufführt.
Die Ansprechperson in der eigenen Kommune finden
Beginnen Sie auf dem Integrationsportal des Rhein-Sieg-Kreises mit der Seite „Kommunales Integrationsmanagement – Case Management“. Dort sind die Kommunen aufgeführt und die jeweilige Ansprechperson verlinkt. Auch der Jahresrückblick des Kreises verweist auf diese zentrale Seite. Da Kontaktdaten und Verfügbarkeiten wechseln können, prüfen Sie die aktuelle Angabe unmittelbar vor der Kontaktaufnahme, statt sich auf ältere Verzeichnisse zu verlassen. Der Kreis beschreibt die KIM-Struktur seit 2025 als kommunal verankert: Die Kommunen beschäftigen die Case Managerinnen und Case Manager, während die KIM-Koordination beim Kreis die Zusammenarbeit begleitet. Wer bereits mit einer Beratungsstelle spricht, kann sie bitten, beim Finden des richtigen kommunalen Kontakts zu helfen. Der überarbeitete KIM-Flyer bietet laut Kreis ebenfalls einen QR-Code zu den kommunalen Kontaktdaten. Für Verständigung kann je nach Gespräch ein Sprachmittlungsangebot relevant sein. Das ist nicht dasselbe wie Fallbegleitung: Unser Überblick zum [ehrenamtlichen Sprachmittlerpool](/artikel/sprachmittlerpool-rhein-sieg-kreis-erklaert/) erläutert dessen eigenen Einsatzrahmen.
Informationsweitergabe und nächste Schritte ausdrücklich klären
Wenn mehrere Stellen beteiligt sind, halten Sie fest, welche Information an wen weitergegeben werden soll. Fragen Sie konkret: Welche Unterlagen fehlen? Wer nimmt den nächsten Kontakt auf? Bis wann? Wie erfahren Sie, ob etwas erledigt ist? Vereinbaren Sie bei Bedarf einen Folgetermin oder einen Weg für Rückfragen. So wird aus einer allgemeinen Bitte um Hilfe ein nachvollziehbarer nächster Schritt. Das KIM-Konzept beschreibt individuelle Begleitung und Koordination der Hilfesysteme. Es sieht außerdem vor, strukturelle Lücken an die KIM-Koordination weiterzugeben. Das ist etwas anderes als die Bearbeitung Ihres einzelnen Anliegens: Für Ratsuchende bleibt das Gespräch mit dem Case Management der passende Weg, um den eigenen Unterstützungsbedarf und die nächsten Schritte zu sortieren.
Ein Einzelfall ist keine Meldung über eine Versorgungslücke
Das Integrationsportal bietet zusätzlich ein Formular, mit dem strukturelle Integrationshürden gemeldet werden. Laut Kreis richtet es sich an institutionell eingebundene Akteure; Fälle sollen darin anonymisiert beschrieben werden. Es ist deshalb kein Ersatz für die persönliche Kontaktaufnahme, wenn Sie Unterstützung für Ihre eigene Situation suchen. Sprechen Sie den individuellen Fall mit dem KIM-Case Management an; systemische Probleme können Fachakteure getrennt davon an die Koordination melden.