Integrationsprojekt im Rhein-Sieg-Kreis starten: Eine Kooperationsanfrage an das KI vorbereiten
16.10.2026
Eine klare Anfrage ans KI macht Zielgruppe, örtlichen Bedarf, Partner und Ressourcen sichtbar. Der Leitfaden hilft Vereinen und Einrichtungen, Fragen für ein Erstgespräch zu sortieren – ohne eine Förderzusage vorauszusetzen.
Eine Anfrage, die beim eigentlichen Vorhaben ansetzt
Ein Verein, eine Initiative oder eine soziale Einrichtung hat eine Idee für mehr Teilhabe vor Ort – und fragt sich, ob das Kommunale Integrationszentrum (KI) ein passender Gesprächspartner ist. Das KI versteht sich als Anlaufstelle für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Integrationsarbeit. Es beschreibt praktische Unterstützung und Informationsmaterial als Teil seines Angebots. Daraus folgt jedoch nicht, dass jede Projektidee automatisch übernommen oder finanziert wird. Die erste Nachricht sollte deshalb keine fertige Förderbewerbung unterstellen, sondern eine sachliche Bitte um Orientierung und ein Erstgespräch sein. Der Kreis nennt als Aufgabe, Akteure zusammenzubringen, Kompetenzen zu bündeln und Doppelstrukturen zu vermeiden. Eine Anfrage ist also besonders hilfreich, wenn sie erkennen lässt, was es vor Ort bereits gibt und wo die konkrete Lücke liegt.
Zielgruppe, Ort und Hindernis konkret benennen
Beginnen Sie mit drei knappen Angaben: Für wen ist das Vorhaben gedacht? In welcher Kommune oder welchem Sozialraum soll es stattfinden? Welche Hürde soll sich dadurch verändern? Statt „Wir möchten Integration fördern“ lässt sich beispielsweise beschreiben, dass neu zugewanderte Eltern bestimmte Angebote vor Ort nur schwer erreichen oder dass Begegnungen zwischen einer Einrichtung und Bewohnerinnen bislang selten zustande kommen. Das sind Beispiele für eine verständliche Beschreibung, keine vom KI vorgegebenen Förderkriterien. Beschreiben Sie die Hürde möglichst beobachtbar und ohne persönliche Daten: etwa fehlende Information, schwer zugängliche Zugänge oder eine bislang nicht verbundene Gruppe von Akteuren. Das KI erklärt, bedarfsorientiert mit örtlichen Akteuren zusammenarbeiten zu wollen. Eine präzise Problembeschreibung erleichtert es, im Gespräch zu prüfen, ob das Thema zu seinen Arbeitsfeldern passt. Dazu zählt insbesondere die interkulturelle Öffnung von Verwaltungen und Institutionen.
Die Idee als umsetzbaren ersten Schritt skizzieren
Für ein Erstgespräch genügt eine kurze Skizze: Was soll konkret stattfinden, in welchem Zeitraum und mit welchem ersten Ergebnis? Nennen Sie beispielsweise eine geplante Informationsrunde, eine gemeinsame Bestandsaufnahme oder ein Pilotangebot – sofern das tatsächlich Ihrer Idee entspricht. Ergänzen Sie, welche Unterstützung Sie erfragen möchten: fachliche Rückmeldung, Vernetzung mit passenden Akteuren, Hinweise zu Materialien oder ein Austauschformat. Der Kreis führt praktische Unterstützung und Informationsmaterial auf; das KI nennt zudem Informationsveranstaltungen, Fachtage und weitere Hilfen für die Praxis. Formulieren Sie diese Punkte als Fragen, nicht als bereits zugesagte Leistungen. So bleibt offen, was das KI anbieten kann und ob für Ihre Idee eher Beratung, Vernetzung, ein bestehendes Angebot oder eine andere Anlaufstelle geeignet ist.
Vorhandene Partner und eigene Ressourcen darstellen
Führen Sie auf, wer bereits beteiligt ist und mit wem Sie noch sprechen möchten: zum Beispiel Träger, Kommune, Beratungsstelle, Schule, engagierte Bewohnerinnen oder Ehrenamtliche. Vermerken Sie jeweils, ob eine Zusammenarbeit bereits vereinbart, nur angefragt oder noch eine Idee ist. Das hilft, bestehende Aktivitäten sichtbar zu machen und Überschneidungen früh zu erkennen – passend zum erklärten Ziel des Kreises, Kompetenzen zu bündeln und Doppelstrukturen zu vermeiden. Beschreiben Sie auch Ihren eigenen Beitrag realistisch: Gibt es einen geeigneten Raum, verantwortliche Ansprechpersonen, Zeit für Vorbereitung oder Erfahrung mit der Zielgruppe? Fehlende Ressourcen dürfen ebenfalls benannt werden. Eine ehrliche Übersicht ist nützlicher als ein scheinbar vollständig gesichertes Vorhaben.
Förderung als offene Frage behandeln
Wer für das Projekt Finanzierung benötigt, sollte dies im Erstkontakt deutlich sagen, aber nicht mit einer Förderzusage rechnen. Das Integrationsportal verlinkt auf Fördermöglichkeiten für Integration; eine eigene Seite führt KI-Programme und weitere Fördermöglichkeiten auf. Diese Übersicht ist ein Rechercheeinstieg, keine Aussage, dass eine konkrete Idee förderfähig ist oder gerade Anträge angenommen werden. Fragen Sie daher getrennt: Gibt es ein fachlich passendes Angebot? Welche Finanzierungsmöglichkeiten könnten grundsätzlich relevant sein? Welche Bedingungen, Fristen und zuständigen Stellen müssten geprüft werden? Lassen Sie sich aktuelle Details von der zuständigen Stelle bestätigen, bevor Sie Ausgaben oder Termine verbindlich planen.
Eine kompakte Erst-Anfrage versenden
Eine kurze E-Mail an das KI kann aus Betreff, drei bis fünf Absätzen und einer konkreten Gesprächsbitte bestehen. Nennen Sie Organisation und Kontaktperson, Zielgruppe und Ort, das Hindernis, den geplanten ersten Schritt, mögliche Partner sowie Ihre eigenen Ressourcen. Schließen Sie mit zwei oder drei offenen Fragen, etwa zur fachlichen Zuständigkeit, zu passenden Kooperationspartnern und zu den nächsten sinnvollen Klärungen. Ein einseitiger Projektüberblick kann helfen; umfangreiche Anlagen sind für die erste Kontaktaufnahme meist nicht nötig. Das KI nennt als zentrale Kontaktadresse integration@rhein-sieg-kreis.de und als Telefonnummer 02241 13-3066. Die Kreisseite weist darauf hin, dass Öffnungszeiten nach telefonischer Terminvereinbarung gelten. Prüfen Sie die aktuellen Kontaktdaten auf dem Integrationsportal des Rhein-Sieg-Kreises und schildern Sie den Vorstoß zunächst als Anfrage, nicht als fertige Kooperation.
Zuständigkeit und nächste Schritte gemeinsam klären
Im Erstgespräch geht es zunächst darum, das Vorhaben einzuordnen: Passt es zu einem Arbeitsfeld des KI? Gibt es vor Ort bereits ein Angebot oder einen Akteur, mit dem eine Verbindung sinnvoll wäre? Welche Aspekte müssen Zielgruppe oder Kommune noch rückmelden? Halten Sie am Ende fest, wer welche Information nachliefert und wann Sie sich wieder abstimmen – ohne aus einem unverbindlichen Gespräch eine Zusage abzuleiten. Wenn Ihr konkretes Anliegen stattdessen Sprachmittlung betrifft, ist dafür ein eigener Ablauf beschrieben. Unser Überblick zum ehrenamtlichen Sprachmittlerpool im Rhein-Sieg-Kreis behandelt diese Vermittlung gesondert; er ersetzt keine Projektanfrage. Für ein neues Integrationsvorhaben zählt vor allem, den örtlichen Bedarf klar zu machen und gemeinsam zu prüfen, welche Unterstützung tatsächlich passt.