Starkregenkarte im Rhein-Sieg-Kreis: Fließwege am Grundstück verstehen
09.10.2026
Die Starkregenhinweiskarte hilft, mögliche Wasserwege am Haus zu erkennen – aber sie ist ein erster Hinweis, keine punktgenaue Vorhersage. So lesen Sie Szenarien, Gelände und Schwachstellen sinnvoll zusammen.
Welche Karte passt zur Adresse?
Wer im Rhein-Sieg-Kreis nach möglichen Fließwegen sucht, sollte zuerst die Adresse in der Starkregenhinweiskarte NRW prüfen. Die Gemeinde Swisttal verlinkt diese Karte auf ihrer Seite zu Starkregen und Objektschutz; sie zeigt laut Gemeinde zwei simulierte Szenarien: ein seltenes Ereignis mit einem Wiederkehrintervall von 100 Jahren und ein extremes Ereignis mit 90 mm/h. [Gemeinde Swisttal](https://www.swisttal.de/starkregen-objektschutz/) Auch das GeoPortal des Rhein-Sieg-Kreises ist ein sinnvoller Ausgangspunkt für räumliche Informationen: Karten lassen sich im Browser ansehen, ausdrucken und Daten herunterladen oder anfordern. Welche thematischen Ebenen für die eigene Adresse verfügbar sind, sollte man in der Kartenanwendung prüfen. [GeoPortal Rhein-Sieg-Kreis](https://www.rhein-sieg-kreis.de/mobilitaet-umwelt/bauen-wohnen/geoinfos-und-karten-oberseite/inhaltsseiten/geoportal.php)
So lesen Sie einen Fließweg
Suchen Sie nicht nur nach einer farbigen Fläche direkt auf dem Gebäude. Verfolgen Sie den dargestellten Abfluss oberhalb des Hauses: Zielt eine Senke, ein Hang oder eine Straße in Richtung Zufahrt, Kellertreppe oder Lichtschacht? Ein Fließweg kann über Nachbarflächen und öffentliche Straßen führen. Sturzfluten können auch dort auftreten, wo kein Bach in unmittelbarer Nähe liegt, und Starkregenwasser kann oberirdisch über Straßen und Grundstücke ablaufen. [BBK: Starkregen](https://www.bbk.bund.de/DE/Themen/Risikomanagement/Baulicher-Bevoelkerungsschutz/Schutz-vor-Naturgefahren/Starkregen/starkregen.html) Praktisches Beispiel: Liegt das Haus am unteren Ende einer abschüssigen Straße, markieren Sie auf einem Ausdruck den möglichen Weg vom höher gelegenen Straßenabschnitt bis zur Garageneinfahrt. Prüfen Sie dann vor Ort, ob Bordsteine, Mauern oder eine tiefe Zufahrt Wasser eher umlenken oder sammeln könnten. Das ist eine Plausibilitätsprüfung am Gelände, keine zusätzliche Messung und kein Nachweis, dass genau diese Wassermenge dort ankommt.
Kartenbild ist Hinweis, keine Vorhersage
Die Karte beschreibt Szenarien, nicht den Zeitpunkt des nächsten Ereignisses. Eine eingezeichnete Gefahr ist deshalb ein Anlass, die Wege des Wassers und empfindliche Gebäudestellen genauer anzuschauen – aber keine Garantie für einen konkreten Wasserstand auf dem Grundstück. Umgekehrt sollte ein unauffälliger Kartenbereich nicht mit völliger Sicherheit verwechselt werden: Gelände, Bebauung und Abfluss können kleinräumig wirken. Verwechseln Sie Starkregen außerdem nicht mit den Hochwassergefahrenkarten entlang von Flüssen. Der Rhein-Sieg-Kreis hebt Starkregen als eigene Gefahr hervor, die besiedelte Flächen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser setzen kann. Nutzen Sie deshalb für eine Adresse sowohl die passende Starkregeninformation als auch – falls ein Gewässer in der Nähe liegt – die einschlägigen Hochwasserinformationen. [Rhein-Sieg-Kreis: Informationen zu Hochwasser](https://www.rhein-sieg-kreis.de/vv/produkte/Amt_66/Abteilung_66.2/Informationen_zu_Hochwasser.php)
Vom Kartenhinweis zur Hausprüfung
Gehen Sie Grundstück und Gebäude mit einer einfachen Liste ab: Wo kann Wasser von der Straße auf das Grundstück gelangen? Liegen Garage, Kellertreppe oder Lichtschächte tiefer als das umgebende Gelände? Wohin läuft Wasser, wenn es auf Terrasse oder befestigte Flächen trifft? Besonders wichtig sind Tiefpunkte und Öffnungen, an denen sich Wasser sammeln oder ins Haus eindringen könnte. Halten Sie auffällige Punkte auf einem Kartenausdruck oder einer Skizze fest: mögliche Fließrichtung, Eintrittsöffnungen und tiefer liegende Räume. Das hilft, beim Gespräch mit Kommune, Entwässerungsfachbetrieb oder Gebäudeversicherung konkrete Fragen zu stellen. Leiten Sie bauliche Maßnahmen nicht aus einer Kartenfarbe allein ab, sondern prüfen Sie sie passend zu Haus und Gelände.
Nächste Schritte bei auffälligem Verlauf
Wenn Karte und Gelände einen plausiblen Zufluss zum Haus nahelegen, fragen Sie bei Ihrer Kommune nach örtlichen Starkregeninformationen oder konkreten Hinweisen zur Entwässerung. Das Kreis-GeoPortal ermöglicht Ausdrucke und Datenabruf; die Zuständigkeit für örtliche Schutzmaßnahmen und Detailfragen kann je nach Anliegen bei Gemeinde, Kreis oder Fachbetrieb liegen. Der Nutzen der Karte liegt nicht darin, ein Grundstück endgültig als sicher oder gefährdet einzustufen. Sie gibt einen strukturierten Startpunkt: Wasserwege suchen, Schwachstellen am Haus prüfen und Vorsorge anhand der konkreten Situation planen.