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Rheinquerung mit Fahrrad und Fähre: Anschlüsse und Pegel richtig planen

09.10.2026

Die Fähre Bad Honnef–Rolandseck kann eine Radroute über den Rhein verbinden. Für eine verlässliche Planung müssen jedoch Fahrzeiten, mögliche Pegel-bedingte Ausfälle und der jeweilige Messort zusammen betrachtet werden.

Die Fähre als Baustein der Radroute

Wer im Rhein-Sieg-Kreis mit dem Fahrrad am Rhein unterwegs ist, kann die Fähre Bad Honnef–Rolandseck als Querung in eine Tour einbauen. Sie verkehrt zwischen den beiden Orten im Pendelverkehr. Das macht sie zu einer praktischen Verbindung für Rundtouren oder für den Wechsel zwischen rechts- und linksrheinischen Abschnitten. Plane trotzdem nicht nur bis zur Rampe: Entscheide vorab, auf welcher Seite die Tour beginnen soll, wo sie nach der Überfahrt weitergeht und ob auch die Rückfahrt mit der Fähre erfolgen muss. Eine Querung ist kein fester Taktanschluss wie eine Brücke; die Fährfahrt ist ein eigener Abschnitt mit Betriebszeiten und möglichen Unterbrechungen.

Fahrzeitfenster nicht bis zur letzten Minute ausreizen

Das VRM-Fahrplanbuch 2026 nennt als tägliche Betriebszeiten montags bis samstags 6.30 bis 21 Uhr sowie sonn- und feiertags 8 bis 21 Uhr. Die Fährgesellschaft erklärt, bei Hoch- oder Niedrigwasser und anderen außergewöhnlichen Umständen könnten Fahrzeiten nicht eingehalten werden. Deshalb ist die gedruckte Zeitspanne kein Versprechen, dass die Fähre am konkreten Ausflugstag ohne Verzögerung fährt. Prüfe vor der Abfahrt die aktuellen Betreiberhinweise; bei einer späten Rückfahrt ist ein großzügiger Zeitpuffer sinnvoll. Wer einen Zug oder einen festen Termin erreichen muss, sollte die Fähre nicht als knapp kalkulierten letzten Anschluss einplanen.

Pegel lesen: Der Messort gehört zur Zahl

Für diese Verbindung nennt das VRM-Fahrplanbuch eine Einstellung des Betriebs bei etwa 8,80 Metern am Andernacher Pegel. Das ist nicht derselbe Messort wie PEGELONLINEs Station Bonn am Rhein-km 654,8. Für Bonn listet PEGELONLINE außerdem einen GlW von 142 Zentimetern, gültig seit dem 1. Januar 2023. Diese Angaben erfüllen unterschiedliche Funktionen: Die im Fahrplan genannte Betriebsschwelle bezieht sich ausdrücklich auf Andernach; der Bonner GlW ist ein Kennwert der dortigen Messstelle. Wer eine Pegelanzeige prüft, sollte daher Messstelle, Einheit und Bezugswert mitlesen, statt eine Bonner Zahl direkt mit der Andernacher Schwelle zu vergleichen. Aus dem Pegel allein lässt sich ohne aktuelle Betreiberinformation keine sichere Aussage über die nächste Überfahrt ableiten.

Anschlüsse auf beiden Ufern getrennt planen

Die Stadtbahnlinie 66 verbindet laut Tourismusinformation Bad Honnef, Königswinter und Bonn und fährt weiter nach Siegburg. Damit lässt sich Bad Honnef als ein möglicher ÖPNV-Anknüpfungspunkt für eine Radfahrt mit Fährenutzung berücksichtigen. Die Information belegt aber weder eine bestimmte Abfahrtszeit noch, dass Fahrradmitnahme in jedem Verkehrsmittel oder auf jeder Fahrt verfügbar ist. Prüfe deshalb die konkrete Verbindung und Mitnahmeregeln beim zuständigen Verkehrsunternehmen und plane die Strecke vom Halt bis zum Fähranleger mit ein. Auf der Gegenseite liegt Rolandseck; auch dort sollte die Weiterfahrt beziehungsweise Rückreise separat anhand des Tagesfahrplans geprüft werden.

Ein robuster Ablauf für den Ausflug

Ein Beispiel für die Planung: Lege Bad Honnef als Startufer fest, prüfe zunächst die Rückkehrmöglichkeit von Rolandseck und wähle erst danach die Hinfahrt. Kontrolliere kurz vor dem Losfahren die veröffentlichten Fährzeiten und aktuellen Hinweise des Betreibers. Wenn du Wasserstandsdaten nutzt, notiere, ob du Bonn oder Andernach ansiehst und auf welche Schwelle sich eine Aussage bezieht. Bei Hoch- oder Niedrigwasser solltest du die Fährgesellschaft direkt nach dem Betrieb fragen und für den Fall eines Ausfalls eine Landverbindung oder einen Abbruch der Tour erwägen. Für eine entspannte Rheinquerung zählt nicht nur die Entfernung zwischen den Ufern: Entscheidend sind ein passendes Zeitfenster, ein realistischer Anschluss und die Möglichkeit, den Plan unterwegs anzupassen.

Quellen

  1. Fährgesellschaft Honnef Pool GmbH & Co. KG
  2. Verkehrsverbund Rhein-Mosel GmbH
  3. Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (PEGELONLINE)
  4. Tourismus Siebengebirge