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Pilzexkursion im Rhein-Sieg-Kreis: sicher lernen mit Führung

09.10.2026

Eine geführte Pilzexkursion vermittelt mehr als Namen: Sie schult den Blick für Merkmale, Standort und Sammelregeln. Im Rhein-Sieg-Kreis zeigt ein VHS-Angebot im Lohmarer Wald, wie sich Naturbeobachtung und vorsichtige Bestimmung verbinden lassen. Was Teilnehmende mitnehmen sollten – und warum ein Fund nicht automatisch essbar ist.

Warum gemeinsam suchen besser ist als raten

Eine Pilzexkursion ist keine Abkürzung zur schnellen Mahlzeit, sondern eine Gelegenheit, genauer hinzusehen. Im Programm der vhs Rhein-Sieg findet sich dafür ein regionales Beispiel: eine pilzkundliche Exkursion im Lohmarer Wald. Eine Führung lenkt die Aufmerksamkeit weg von der pauschalen Frage „Sieht essbar aus?“ hin zu einzelnen Merkmalen, dem Fundort und dem bewussten Umgang mit Unsicherheit. Genau diese Zurückhaltung ist wichtig: Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie rät, sich bei der Essbarkeit nicht auf Apps oder selbsternannte Kenner zu verlassen, sondern eine geprüfte Pilzsachverständige oder einen geprüften Pilzsachverständigen einzubeziehen. Eine Tour kann Wissen und Beobachtungsroutine vermitteln; sie ist keine allgemeine Verzehrfreigabe für jeden späteren Fund.

Was eine gute Naturführung vermitteln sollte

Bei einem Fund lohnt es sich, nicht nur auf Hutform oder Farbe zu schauen. Eine sinnvolle Bestimmungsübung betrachtet den gesamten Fruchtkörper und lässt Raum für Rückfragen, statt voreilig einen Speisepilz-Namen zu vergeben. Ein kleines, aber anschauliches Beispiel: An der Stielbasis können wichtige Merkmale sitzen. Wer einen Pilz zur Betrachtung entnimmt, sollte deshalb behutsam vorgehen und nicht einfach den oberen Teil abschneiden und die Basis zurücklassen. Solche Beobachtungsschritte helfen, die eigene Unsicherheit zu erkennen. Wer nach der Führung noch nicht sicher unterscheiden kann, hat damit nicht versagt – sondern einen guten Grund, den Fund nicht zu essen und fachlichen Rat einzuholen.

Praktische Vorbereitung: Ausrüstung und Erwartung

Für das dokumentierte VHS-Exkursionsformat werden festes Schuhwerk, wettergerechte Kleidung, Regen- oder Sonnenschutz sowie Taschenmesser und Körbchen oder Stoffbeutel genannt. Eine Lupe, ein Bestimmungsbuch und eine Kamera sind als zusätzliche Hilfsmittel sinnvoll, wenn vorhanden. Plane so, dass du stehen, dich bücken und Fundstellen in Ruhe ansehen kannst; für eine Naturführung zählt Beobachten oft mehr als eine volle Sammeltasche. Auch die Erwartungen sollten realistisch bleiben: Ein angekündigter Waldtermin garantiert weder eine bestimmte Artenzahl noch eine essbare Ausbeute. Nutze die Gelegenheit lieber, Unterschiede zu verstehen, Fragen zu stellen und Merkmale zu fotografieren, statt eine Mahlzeit als Maßstab für den Erfolg zu setzen.

Sammeln hat Grenzen – besonders im Schutzgebiet

Vor dem Sammeln gehört ein Blick auf die Regeln des konkreten Gebiets dazu. Der Rhein-Sieg-Kreis fordert in Naturschutzgebieten, auf den Wegen zu bleiben und keine Pflanzen oder Pilze zu pflücken. Das gilt unabhängig davon, ob ein Fund bekannt oder unbekannt erscheint. Außerhalb solcher Verbote ersetzt eine Führung ebenfalls nicht die eigene Sorgfalt: nur Arten sammeln, die zweifelsfrei bekannt sind, und den Fund im Zweifel stehen lassen. Bei einem geführten Rundgang steht das gemeinsame Erkunden im Vordergrund, nicht das möglichst umfangreiche Mitnehmen. Besonders Anfängerinnen und Anfänger gewinnen so, ohne Schutzbestimmungen oder die Grenzen des eigenen Wissens zu übergehen.

Was von der Führung bleibt

Der nachhaltigste Ertrag einer geführten Pilzexkursion muss nicht im Korb liegen. Wer nach einem Rundgang besser erkennt, welche Merkmale noch fehlen, kann bewusster entscheiden, wann eine Bestimmung nicht reicht. Das ist ein praktischer Lerngewinn: Notizen oder Fotos helfen beim späteren Nachschlagen, ersetzen aber keine fachkundige Einschätzung zur Essbarkeit. Die DGfM verweist für solche Fragen auf geprüfte Pilzsachverständige. Eine Naturführung schafft also Orientierung und Übung, nicht pauschale Sicherheit für spätere Pilzmahlzeiten. Gerade diese Grenze macht angeleitetes Lernen sinnvoller als eine schnelle Selbstbestimmung allein.

Quellen

  1. vhs Rhein-Sieg
  2. Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V.
  3. Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V.
  4. Rhein-Sieg-Kreis