Paddeln auf der Agger: Pegel, Strecken und Anlegestellen
09.10.2026
Auf der Agger ist Paddeln nur unter Bedingungen erlaubt: Entscheidend sind der Abfluss am Kraftwerk Vilkerath, markierte Anlegestellen und Rücksicht auf geschützte Natur.
Erst den passenden Abschnitt wählen
Wer auf der Agger paddeln möchte, sollte die Tour nicht einfach nach einer beliebigen Uferstelle planen. Der Rhein-Sieg-Kreis erlaubt die Befahrung unter Voraussetzungen mit Kanu, Ruder- oder Schlauchboot; zugleich begrenzt er die Zahl der Boote je Abschnitt zwischen zwei benachbarten Anlegestellen. Das macht die Wahl der Ein- und Ausstiegsstelle zu einem Teil der Tourenplanung, nicht zu einer spontanen Entscheidung am Ufer. [Kreisregeln und Karten](https://www.rhein-sieg-kreis.de/badenundpaddeln). Die Kreiskarte nennt unter den Agger-Stellen das Bootshaus KC-Delphin. Sie ist allerdings ausdrücklich eine schematische Karte mit Stand Mai 2007. Nutzen Sie sie deshalb als Orientierung, nicht als Ersatz für die aktuelle Beschilderung oder das Geoportal des Kreises. Vor der Fahrt sollte klar sein, an welcher markierten Stelle Sie einsteigen und an welcher Sie wieder aussteigen; die Erlaubnis, einzelne Abschnitte zu paddeln, bedeutet nicht, dass jedes Ufer zugänglich ist. [Karte der Bootsanlegestellen](https://www.rhein-sieg-kreis.de/vv/ressourcen/medien/downloads/Amt_66_-_Amt_fuer_Umwelt-_und_Naturschutz/NSG-Aggeraue-Siegaue-Bootsanlegestellen-neues-Logo-kl.pdf).
Pegel vor dem Start prüfen
Für die Agger nennt das Merkblatt des Rhein-Sieg-Kreises einen Mindestabfluss von 5 Kubikmetern pro Sekunde am Kraftwerk Vilkerath. Ohne diesen Wert sollten Sie nicht starten. Das Merkblatt weist zugleich auf eine praktische Einschränkung hin: Die Pegelangaben des Kanu-Verbands NRW würden nur freitags aktualisiert. Als zusätzliche Orientierung empfiehlt der Kreis deshalb, den tagesaktuellen Wasserstand und seine Entwicklung am Pegel Overath zu beachten. [Befahrungsregelung Agger, Stand Juni 2025](https://www.rhein-sieg-kreis.de/vv/ressourcen/medien/downloads/Amt_66_-_Amt_fuer_Umwelt-_und_Naturschutz/Merkblatt-Befahrensregelung-Agger-neu.pdf). Praktisch heißt das: Nicht nur einen älteren Pegelwert aus einer Tourenbeschreibung übernehmen. Unmittelbar vor der geplanten Fahrt die aktuellen Gewässerinformationen prüfen und bei Unsicherheit lieber auf die Fahrt verzichten. Der Kanu-Verband NRW rät allgemein, neben Pegeln auch Befahrungsregeln, Gewässerbaustellen und besondere Wetterlagen wie Starkregen oder Wind in die Planung einzubeziehen. Die tatsächliche Befahrbarkeit kann sich dadurch ändern. [Hinweise des Kanu-Verbands NRW](https://www.kanu-nrw.de/de/freizeitsport/gewaesserinformationen/).
Anlegen nur an gekennzeichneten Stellen
An der Agger ist es nicht gestattet, unterwegs an einem beliebigen Ufer auszusteigen oder ein Boot herauszuheben. Ein- und Ausheben sind auf ausgewiesene Bootsanlegestellen begrenzt; die Stellen sind mit Schildern gekennzeichnet. Daraus folgt ein einfacher, aber wichtiger Tourencheck: Passen Ein- und Ausstieg zum jeweiligen Abschnitt, und ist die markierte Stelle erreichbar? Wenn nicht, sollte die Route nicht improvisiert werden. [Rhein-Sieg-Kreis: Regeln und Hinweise](https://www.rhein-sieg-kreis.de/badenundpaddeln). Das ist nicht bloß eine Frage der Ordnung. Der Kreis verweist auf selten gewordene Pflanzen und Tiere an den Ufern und im Wasser. Wer auf Kiesbänken oder in Ufervegetation aussteigt, kann genau dort stören, wo Lebensräume liegen. Die markierte Anlegestelle ist deshalb die verbindliche Schnittstelle zwischen Tour und Ufer; auch ein kurzer Stopp an einer scheinbar passenden Stelle ist keine Ausnahme von der Regel. [Befahrungsmerkblatt Agger](https://www.rhein-sieg-kreis.de/vv/ressourcen/medien/downloads/Amt_66_-_Amt_fuer_Umwelt-_und_Naturschutz/Merkblatt-Befahrensregelung-Agger-neu.pdf).
Naturschutzregeln auf dem Wasser
Das Merkblatt begrenzt die Befahrung auf höchstens 50 Boote am Tag zwischen zwei aufeinanderfolgenden Anlegestellen. Es verlangt außerdem, den Fluss zügig und ohne Halt zu durchfahren. Alt- und Seitenarme sowie Stillgewässer dürfen nicht befahren werden. Zusammengenommen lenken diese Regeln den Verkehr auf die vorgesehenen Abschnitte und halten Paddelnde aus besonders störungsempfindlichen Bereichen heraus. Für die Praxis bedeutet das: Keine Pause auf dem Wasser einplanen, um in einen Seitenarm abzubiegen, und keinen Halt am Ufer als Ersatz für die ausgewiesenen Ausstiege betrachten. Wer mit einer Gruppe oder als ungeübte Person unterwegs ist, sollte zusätzlich das Merkblatt vollständig lesen: Es enthält besondere Vorgaben zu fachlicher Begleitung, Bootsvermietung und Gruppengröße. Die Regeln sind im [aktuellen Merkblatt des Kreises](https://www.rhein-sieg-kreis.de/vv/ressourcen/medien/downloads/Amt_66_-_Amt_fuer_Umwelt-_und_Naturschutz/Merkblatt-Befahrensregelung-Agger-neu.pdf) zusammengefasst.
Kurze Checkliste für die Tour
Vor dem Losfahren sollten vier Punkte geklärt sein: Liegt der Abfluss am Vilkerather Kraftwerk bei mindestens 5 m³/s? Ist die Information aktuell genug, und wurde zusätzlich der Tageswert am Pegel Overath geprüft? Sind Ein- und Ausstieg als Anlegestellen ausgewiesen? Ist die geplante Strecke so angelegt, dass sie ohne Halt und ohne Abstecher in Alt- oder Seitenarme befahren werden kann? Wer auf eine dieser Fragen keine verlässliche Antwort hat, sollte erst nachprüfen statt vor Ort spontan zu starten. Die laufende Pegel- und Wetterprüfung ersetzt zudem nicht die örtliche Beschilderung. Für aktuelle Regeln, Karten und Pegelhinweise führt der Kreis auf seiner Seite zur Gewässernutzung die passenden Links zusammen; bei offenen Fragen nennt er das Naturschutztelefon des Amtes für Umwelt- und Naturschutz: 02241 13-3900. So wird aus der Agger-Tour ein geplanter Abschnitt mit legalem Einstieg statt eines ungewissen Uferzugangs. [Übersicht des Rhein-Sieg-Kreises](https://www.rhein-sieg-kreis.de/badenundpaddeln).