Obdachlose Person bei Kälte: Hilfswege im Rhein-Sieg-Kreis
09.10.2026
Wer eine obdachlose Person bei Kälte bemerkt, kann respektvoll nachfragen und passende Hilfe vermitteln. Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es aufsuchende SKM-Arbeit in Lohmar und Hennef, eine Notschlafstelle in Siegburg und kommunale Anlaufstellen. Bei möglicher Lebensgefahr gilt der Notruf 112.
Zuerst ansprechen – und die Lage einschätzen
Eine Person, die bei Kälte draußen liegt oder sitzt, braucht nicht automatisch dieselbe Hilfe. Wenn es sicher möglich ist, sprechen Sie ruhig und respektvoll an: „Brauchen Sie gerade Unterstützung?“ Fragen Sie, ob die Person eine Unterkunft, warme Kleidung oder Hilfe beim Telefonieren möchte. Drängen Sie nicht und versprechen Sie keine Schlafstelle, bevor deren Aufnahme geklärt ist. Bei Lebensgefahr oder wenn bleibende Schäden nicht ausgeschlossen werden können, ist 112 die richtige Nummer. Der Bund nennt den Notruf rund um die Uhr erreichbar und empfiehlt ihn im Zweifel, wenn Lebensgefahr nicht auszuschließen ist. Für eine akute gesundheitliche Gefahr also nicht erst eine Beratungsstelle suchen.
Aufsuchende Hilfe in Lohmar und Hennef
Wer eine Person auf der Straße in Lohmar oder Hennef antrifft, kann das Beratungsmobil des SKM kontaktieren. Es ist ausdrücklich als aufsuchende Sozialarbeit für diese beiden Kommunen ausgewiesen: Betroffene müssen also nicht selbst erst eine Beratungsstelle aufsuchen. Auf Wunsch unterstützt die Mitarbeiterin bei der Existenzsicherung und Wohnungssuche und vermittelt an weitere Fachdienste. Die Mobilnummer steht auf der Website des Kreises. Das Angebot ist kein allgemeiner Notruf und kein Garant für eine sofortige Unterkunft. Wenn es um einen anderen Ort im Kreis geht, sollte man die Zuständigkeit nicht aus der Angabe für Lohmar und Hennef ableiten; die Kreisübersicht führt weitere kreisweite Beratungsangebote auf.
Notschlafstelle des SKM in Siegburg
Für wohnungslose Menschen nennt der SKM das Don-Bosco-Haus in Siegburg als Notschlafstelle. Laut Anbieter besteht die Möglichkeit zur Notaufnahme an allen Tagen und rund um die Uhr. Für eine Schlafmöglichkeit sollen sich Betroffene ab 18 Uhr in die Anwesenheitsliste eintragen. Die Angabe zur Notaufnahme ist keine Zusage, dass in jedem Moment ein Platz frei ist. Wer die Stelle nutzen möchte, sollte nach Möglichkeit vorher beim SKM nachfragen oder direkt vor Ort klären, wie die Aufnahme gerade organisiert ist. Kontakt: Luisenstraße 111a, 53721 Siegburg; die aktuellen Kontaktdaten stehen auf der SKM-Seite. Die sozialarbeiterische Begleitung ist laut SKM Teil der Fachberatung von Montag bis Freitag.
In Siegburg auch das Ordnungsamt einbeziehen
Für Siegburger Obdachlosenangelegenheiten ist laut städtischem Serviceportal das Amt für öffentliche Ordnung zuständig. Die Stadt empfiehlt, frühzeitig mit der Sachbearbeitung Kontakt aufzunehmen, damit Wohnraum in einer Obdachlosenunterkunft beschafft werden kann. Sie nennt dafür 02241 102-2032. Ist die Obdachlosigkeit nach einem Räumungsurteil eingetreten, soll dieses beim Besuch im Ordnungsamt mitgebracht werden. Diese konkrete Zuständigkeit und Telefonnummer beziehen sich auf Siegburg; sie sind nicht automatisch die richtige Kontaktstelle für jede andere Kommune im Rhein-Sieg-Kreis.
Eine kleine, konkrete Hilfe anbieten
Praktisch kann es helfen, den Standort präzise mitzuteilen, gemeinsam beim passenden Kontakt anzurufen oder – wenn die betroffene Person einverstanden ist – Informationen zu Öffnungs- und Aufnahmebedingungen vorzulesen. Fragen Sie vor dem Weitergeben persönlicher Angaben um Zustimmung. Lehnt jemand eine angebotene Unterkunft ab, bleiben ein respektvolles Gespräch und eine erneute Information über erreichbare Hilfen möglich; die Entscheidung über eine Annahme liegt bei der betroffenen Person. Für Orte außerhalb des ausgewiesenen Beratungsmobils und Siegburgs führt die Website des Kreises weitere Angebote auf. Da Erreichbarkeit und Aufnahmebedingungen sich ändern können, vor dem Weg dorthin möglichst telefonisch nachfragen. Bei unmittelbarer Gefahr hat die medizinische Notfallhilfe Vorrang vor einer längerfristigen Wohnungssuche.