Gewalt gegen Männer im Rhein-Sieg-Kreis: Wo Betroffene Hilfe finden
09.10.2026
Männer, die Gewalt erleben, können sich im Rhein-Sieg-Kreis an die Männer- und Jungenberatung des SKM wenden oder zunächst das bundesweite Hilfetelefon nutzen. Welche Anlaufstelle passt, hängt davon ab, ob ein vertrauliches Gespräch, eine erste Orientierung oder konkrete Schutzplanung gefragt ist.
Hilfe beginnt nicht erst mit einer Anzeige
Wer von Gewalt betroffen ist, muss sich nicht erst sicher sein, ob das Erlebte strafrechtlich eingeordnet werden kann, bevor er Unterstützung sucht. Häusliche Gewalt kann körperliche Übergriffe einschließen, aber auch Einschüchterung, Kontrolle oder psychische Verletzungen; der Kreis beschreibt das Thema als oft wenig sichtbar, unter anderem weil Betroffene aus Angst oder Scham schweigen. Auch Männer gehören ausdrücklich dazu. Der SKM führt Gewalterfahrungen aus Opfer- wie Täterperspektive als mögliches Beratungsthema auf. Das kann hilfreich sein, wenn jemand zugleich um die eigene Sicherheit besorgt ist und etwa nach einer eskalierenden Beziehung klären möchte, was als Nächstes passieren soll. [Der Rhein-Sieg-Kreis über häusliche Gewalt](https://www.rhein-sieg-kreis.de/verwaltung-politik/aktuelle-themen/beratung-haeusliche-gewalt.php) und [die Männerberatung des SKM](https://caritas.erzbistum-koeln.de/rheinsieg-skm/unsere-hilfen/Beratung-fuer-Maenner-und-Jungen/) beschreiben unterschiedliche Zugänge zu dieser Hilfe.
Vor Ort: die Männer- und Jungenberatung des SKM
Im Rhein-Sieg-Kreis ist die Beratungsstelle für Männer und Jungen des SKM in Siegburg eine spezialisierte Anlaufstelle. Nach eigener Auskunft ist die Beratung kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht; persönliche Termine werden vorher vereinbart. Ein erster Anruf kann deshalb schlicht dazu dienen, die eigene Lage zu schildern, zu fragen, ob das Angebot passt, und einen Termin oder eine andere passende Unterstützung zu besprechen. Die veröffentlichte Kontaktangabe lautet 02241 177841, Adresse: Bahnhofstraße 27, 53721 Siegburg. Das Opferhilfehandbuch Bonn/Rhein-Sieg, Ausgabe 2024, führt die Stelle als Beratung für Männer auf. Die konkrete Verfügbarkeit einzelner Angebote und der aktuelle Ablauf sollten direkt beim SKM erfragt werden. [SKM Rhein-Sieg: Beratung für Männer und Jungen](https://caritas.erzbistum-koeln.de/rheinsieg-skm/unsere-hilfen/Beratung-fuer-Maenner-und-Jungen/); [Opferhilfehandbuch Bonn/Rhein-Sieg 2024](https://www.rhein-sieg-kreis.de/vv/ressourcen/medien/downloads/03_-_Gleichstellungsbeauftragte/Opferhilfehandbuch2024.pdf).
Wenn ein anonymes erstes Gespräch leichter fällt
Nicht jeder möchte beim ersten Schritt in einer Stelle vor Ort anrufen. Das bundesweite Hilfetelefon Gewalt an Männern bietet zusätzlich Telefon- und Chatberatung: telefonisch montags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr; für den Chat ist laut Anbieter keine Registrierung nötig. Das kann als niedrigschwellige erste Orientierung dienen, etwa um auszusprechen, was passiert, und zu sortieren, welche Hilfe vor Ort sinnvoll sein könnte. Die Hotline ist bundesweit und ersetzt daher nicht die lokale Abklärung von Terminen oder Unterkunftsverfügbarkeit. Ihre Seite erläutert außerdem, dass die Beratung individuell ausgerichtet ist und Betroffene selbst bestimmen, was sie erzählen möchten. Aktuelle Erreichbarkeit und Kontaktwege stehen beim [Hilfetelefon Gewalt an Männern](https://www.maennerhilfetelefon.de/).
So lässt sich der erste Kontakt vorbereiten
Eine ausführliche Schilderung ist für eine erste Anfrage nicht nötig. Hilfreich kann sein, vorab drei Punkte für sich festzuhalten: Gibt es gerade eine akute Gefahr? Welche Form von Unterstützung wird gesucht – ein vertrauliches Gespräch oder zunächst eine allgemeine Orientierung? Und welcher Kontaktweg ist am sichersten, falls andere Personen Telefon oder Nachrichten mitlesen könnten? Das sind praktische Orientierungspunkte, keine formalen Voraussetzungen der Beratung. Wer vor Ort sprechen möchte, sollte wegen der Terminvereinbarung zunächst beim SKM nachfragen; wer lieber ohne Registrierung startet, kann den Chat des Hilfetelefons nutzen. In einem konkreten Beispiel könnte ein Mann, der nach einer Trennung weiterhin bedrängt wird, zunächst sagen: „Ich fühle mich zu Hause nicht sicher und möchte wissen, welche nächsten Schritte möglich sind.“ Er muss nicht bereits eine Entscheidung getroffen haben, um ein Gespräch anzufragen.
Weitere Hilfe passend zum Anliegen finden
Je nach Situation reicht eine spezialisierte Männerberatung allein möglicherweise nicht aus. Bei strafrechtlicher Viktimisierung, psychischen Folgen oder Fragen rund um Kinder, Wohnung und Alltag können weitere Stellen erforderlich sein. Der Rhein-Sieg-Kreis verweist für die Kontaktdaten weiterer Beratungsstellen auf den Runden Tisch gegen häusliche Gewalt. Das Opferhilfehandbuch 2024 führt außerdem eine Selbsthilfegruppe beim SKM für Männer in Trennungs-, Scheidungs- und Krisensituationen auf. Da ein Handbuch mit Stand 2024 nicht jede aktuelle Änderung abbilden muss, sollte man vor einem Besuch nachfragen, ob Gruppe, Zeiten und Zugangsbedingungen unverändert gelten. Bei akuter Gefahr ist die Beratungsrecherche nicht der erste Schritt: Dann sollte unmittelbar Schutz vor Ort organisiert werden. [Informationen des Rhein-Sieg-Kreises und Verweis auf den Runden Tisch](https://www.rhein-sieg-kreis.de/verwaltung-politik/aktuelle-themen/beratung-haeusliche-gewalt.php).