Gedenkstätte Landjuden an der Sieg: Besuch in Windeck-Rosbach vorbereiten
09.10.2026
Die Gedenkstätte in Windeck-Rosbach verbindet die Geschichte der Familie Seligmann mit dem jüdischen Leben an der Sieg und seiner gewaltsamen Zerstörung. Wer hinfahren möchte, sollte die veröffentlichten Öffnungstage, die aktuellen Eintrittspreise und die Anreise vorab prüfen.
Ein Haus als Ausgangspunkt der Erinnerung
Die Gedenkstätte ist kein abstrakter Überblicksort, sondern in einem Haus verankert, in dem die Familie Seligmann lebte und arbeitete. Das frühere Wohnhaus in der Bergstraße wurde 1994 als Gedenkstätte eröffnet. Diese Verbindung von Ort und Familiengeschichte gibt dem Besuch einen konkreten Maßstab: Regionale Geschichte wird nicht nur als Chronik, sondern durch ein einzelnes Haus und die Menschen, die darin lebten, zugänglich.
Was die Ausstellung zeigt
Nach einer Sanierung ist die neu konzipierte Dauerausstellung seit August 2024 wieder zugänglich. Sie bezieht das frühere Wohnhaus sowie Werkstatt und Stall ein. Inhaltlich beginnt sie bei jüdischem Leben vor 1933, führt zu Ausgrenzung und Verfolgung und behandelt Krieg, Deportation und Schoah. Wer sich vorbereiten möchte, kann sich daher zwei Leitfragen setzen: Wie wurde jüdisches Leben im ländlichen Raum gestaltet? Und wie veränderte die nationalsozialistische Verfolgung dieses Leben bis zu seiner Zerstörung? Das enge Verhältnis von Wohnhaus, Arbeitsort und Ausstellungsräumen hilft, Familienbiografien mit größeren Entwicklungen zusammenzudenken. Gerade deshalb lohnt es sich, die Räume nicht nur als Kulisse, sondern als Teil der Vermittlung wahrzunehmen.
Öffnung und Eintritt vorab prüfen
Die veröffentlichte Saison 2026 reicht von März bis November; regulär öffnet das Haus am ersten und dritten Sonntag des Monats von 12 bis 16 Uhr. Zusätzlich nennt der Kreis einzelne Veranstaltungssonntage. Da die Seite Feiertage ausnimmt und Sondertermine aufführt, ist der Kalender des Rhein-Sieg-Kreises vor der Fahrt die verlässlichere Prüfung als eine allgemeine Faustregel. Für Erwachsene gilt seit dem 1. April 2026 ein Eintritt von 5 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren 2 Euro. Da Öffnungsdaten und Preise sich ändern können, sollte man unmittelbar vor dem Besuch die offizielle Seite auf Aktualisierungen prüfen. Für Gruppen ist eine vorherige Terminabsprache sinnvoll.
Anreise nach Rosbach
Die Adresse lautet Bergstraße 9, 51570 Windeck-Rosbach. Die Besucherinformation nennt S-Bahn-Linien 12 und 19 ab Köln in Richtung Au (Sieg) bis Rosbach sowie Parkplätze für Pkw. Weil Fahrpläne und Bauarbeiten wechseln können, gehört eine aktuelle Verbindungssuche am Reisetag zur Planung; die veröffentlichte Linienangabe ersetzt keinen Fahrplancheck. Wer mit dem Auto kommt, kann sich vor Ort an der ausgeschilderten Gedenkstätte orientieren.
Ein Besuch mit Zeit für Fragen
Für einen ersten Besuch lohnt es sich, nicht nur die Verfolgungsgeschichte im Blick zu behalten. Die Ausstellung behandelt das Leben vor 1933 ebenso wie Ausgrenzung und Verfolgung. So lässt sich die Erinnerungskultur an der Sieg als mehr verstehen als Rückblick auf Gewalt: Sie macht sichtbar, welches Leben zerstört wurde und welche Spuren regionaler jüdischer Geschichte bewahrt werden. Ein ruhiger Rundgang lässt Raum, Fragen zu den Exponaten und zur lokalen Geschichte mitzunehmen.