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Dürre im Bergischen Rhein-Sieg-Kreis: Gartenbewässerung nach Bedarf priorisieren

09.10.2026

Bei Trockenheit ist nicht möglichst häufiges Gießen entscheidend, sondern gezielte Hilfe für Pflanzen mit dringendem Bedarf. Regenwasser, durchdringende Wassergaben und eine standortgerechte Auswahl sparen Ressourcen; im Rhein-Sieg-Kreis ist außerdem die saisonale Beschränkung von Wasserentnahmen aus Flüssen und Bächen zu beachten.

Erst Bedarf prüfen, dann gießen

Ein ausgetrocknet wirkendes Beet ist nicht automatisch überall gleich dringend auf Wasser angewiesen. Gehen Sie die Fläche einmal in Ruhe ab: Prüfen Sie die Erde unter der Oberfläche, schauen Sie, welche Pflanzen gerade anwachsen, und unterscheiden Sie Beete vom Topfbestand. Eine kurze Kontrolle verhindert, dass Sie nach Gewohnheit die ganze Fläche beregnen, obwohl nur einzelne Wurzelbereiche Unterstützung brauchen. Als Priorität bieten sich neu gepflanzte Stauden, frisch gesetztes Gemüse und junge Bäume an. Besonders junge Straßenbäume sind laut Umweltbundesamt auf zusätzliche Wasserversorgung angewiesen, weil ihre Wurzeln noch nicht bis zum Grundwasserspiegel reichen. Im privaten Garten gilt dieselbe praktische Überlegung: Pflanzen, die noch nicht eingewurzelt sind oder in einem begrenzten Erdvolumen wachsen, haben weniger Spielraum als etablierte Gehölze. Bei Unsicherheit lieber eine einzelne Pflanze gezielt kontrollieren, statt vorsorglich alles zu wässern. Das Umweltbundesamt rät zu selteneren, gründlichen Gaben anstelle häufigen, oberflächlichen Gießens. So erreicht das Wasser den durchwurzelten Bereich, statt nur die Oberfläche kurz anzufeuchten. [Zur Trockenheit und zum Pflanzengießen: Umweltbundesamt](https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/extremereignisseklimawandel/trockenheit-in-deutschland-fragen-antworten).

Morgens an die Wurzeln statt mittags über die Blätter

Wenn gegossen werden muss, ist die kühle Tageszeit sinnvoller als die Mittagshitze: Das Wasser verdunstet dann weniger rasch. Am frühen Morgen ist laut Umweltbundesamt besonders günstig, weil die Bodentemperaturen und damit die Verdunstungsverluste niedriger sind. Geben Sie das Wasser langsam auf den Boden im Wurzelbereich. Das ist gerade auf geneigten oder harten Böden hilfreicher als ein kräftiger Schwall, der oberflächlich abläuft. Ein Beispiel: Statt abends den gesamten Rasen und alle Beete mit dem Sprenger zu überziehen, können Sie morgens zuerst die frisch gesetzten Pflanzen am Fuß wässern und danach prüfen, ob weitere Pflanzen tatsächlich Bedarf haben. Die Blätter müssen nicht routinemäßig mitberegnet werden; direktes Gießen des Bodens ist die Empfehlung des Umweltbundesamts. Passen Sie Häufigkeit und Menge an Niederschlag, Standort und Pflanzenzustand an: Ein schattiges Beet nach Regen braucht nicht dieselbe Behandlung wie ein sonniger Kübel.

Regenwasser nutzen – aber die Dachfläche mitdenken

Gesammeltes Regenwasser ist eine gute erste Quelle für Garten und Balkon. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Dachablauf in einer Regentonne aufzufangen; weiches Regenwasser eignet sich für Pflanzen, und manche Arten wie Rhododendren vertragen es besser als hartes Trinkwasser. Nutzen Sie einen Regenschauer, um den Speicher nachzufüllen, und verwenden Sie den Vorrat gezielt für Pflanzen mit akutem Bedarf. Nicht jedes Dach ist jedoch automatisch eine geeignete Sammelfläche. Von Kupfer- und Zinkdächern können Metallverbindungen abgeschwemmt werden, die für die Umwelt schädlich sind; Bitumenbahnen können problematische Stoffe enthalten. Prüfen Sie deshalb Material und Beschaffenheit des Dachs, bevor Sie dessen Ablauf in die Tonne leiten. Das UBA unterscheidet dabei zwischen problematischen Dachflächen und gewöhnlichen Dachflächen. [Hinweise des Umweltbundesamts zu Regenwasser](https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung).

Bach und Fluss sind keine Gießwasserreserve

Im Rhein-Sieg-Kreis gilt eine konkrete Einschränkung: Nach Angaben des Kreises untersagt eine 2023 erlassene Allgemeinverfügung vom 1. Juni bis 31. Oktober Wasserentnahmen mit Pumpen aus oberirdischen Gewässern. Der Kreis begründet den Schutz damit, dass geringe Wasserstände Lebensräume von Kleinstlebewesen beeinträchtigen und Fische durch Sauerstoffmangel gefährden können. Das betrifft auch die Idee, mit einer Pumpe Wasser aus dem Bach für Gemüsebeete oder einen Gartenteich abzuzweigen. Die Kreis-Mitteilung vom 29. Mai 2026 weist auf die saisonale Beschränkung hin. Prüfen Sie vor einer Entnahme die geltende Allgemeinverfügung und aktuelle Hinweise des Kreises; eine genehmigte Ausnahme ist nicht mit einer allgemeinen Erlaubnis gleichzusetzen. Das Verbot bezieht sich auf Entnahmen mit Pumpen aus oberirdischen Gewässern, nicht pauschal auf jede Gartenbewässerung. [Aktuelle Hinweise des Rhein-Sieg-Kreises zu niedrigen Wasserständen](https://www.rhein-sieg-kreis.de/presseinformationen/mai/niedrige-wasserstaende.php).

Für den nächsten trockenen Sommer vorsorgen

Wer im Bergischen Land neu pflanzt, kann den künftigen Gießaufwand bereits bei der Auswahl verringern. Die Landwirtschaftskammer NRW hebt standortgerechte Pflanzenauswahl, das Einschätzen der Bodenbedingungen und gezielte Bodenverbesserung als Bausteine hervor. Trockenheitsverträgliche Stauden, Sträucher und kleinere Bäume können längere Trockenphasen weitgehend ohne zusätzliche Bewässerung überstehen; nach dem Pflanzen bleibt die Anwuchsphase allerdings eine besondere Pflegezeit. Die passende Art hängt deshalb vom konkreten Standort ab – die Bezeichnung „trockenheitsverträglich“ ersetzt weder Standortprüfung noch Pflege. Auch Regenwasser dort versickern zu lassen, wo der Boden es aufnehmen kann, hilft, Wasser vor Ort zu halten. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Versickerung auf Böden mit hohem Tonanteil eingeschränkt sein kann, weil Wasser sich staut. Beobachten Sie deshalb, wo Regen tatsächlich versickert und wo er abläuft. Eine durchlässige, standortangepasste Gartengestaltung und gezieltes Gießen ergänzen einander: Bewässerung hilft, wenn Pflanzen Wasser brauchen; sie ist aber kein Ersatz für passende Pflanzen und einen Boden, der Wasser aufnehmen kann. [Pflanzensortimente für trockene Sommer: Landwirtschaftskammer NRW](https://www.landwirtschaftskammer.de/pcaruso/details?seminar=100370).

Quellen

  1. Umweltbundesamt
  2. Umweltbundesamt
  3. Rhein-Sieg-Kreis
  4. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen