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Cybermobbing: So finden Jugendliche im Rhein-Sieg-Kreis Unterstützung

09.10.2026

Wer online angegriffen wird, muss nicht allein reagieren. Eine ruhige Reihenfolge hilft: Vertrauensperson einbeziehen, Vorfälle sichern und passende Beratung im Kreis oder anonym am Telefon nutzen.

Wenn der Chat nicht mehr nach Streit aussieht

Eine verletzende Nachricht ist nicht automatisch Mobbing. Wichtig ist, ob sich Angriffe wiederholen, jemand ausgegrenzt oder bedroht wird und ein Machtgefälle entsteht. Online kann das in einer Klassengruppe, als Direktnachricht oder über einen öffentlichen Post geschehen. Ein Beispiel: Ein peinliches Bild wird in einer Gruppe geteilt, weitere Jugendliche kommentieren es, und die betroffene Person wird im Klassenchat systematisch ausgeschlossen. Ob eine Situation diesen Mustern entspricht, müssen Betroffene nicht allein entscheiden – auch ein einzelner Vorfall kann Unterstützung rechtfertigen. Der erste Schritt ist nicht, den perfekten Beweis oder die richtige Bezeichnung zu finden. Sag einer erwachsenen Vertrauensperson, was passiert, und bitte sie, mit dir die nächsten Schritte zu planen. Ein Elternteil, eine Lehrkraft oder eine Schulsozialarbeiterin kann zuhören, ohne dass du sofort jede Einzelheit erzählen musst. [Klicksafe](https://www.klicksafe.de/cybermobbing) empfiehlt, Betroffene ernst zu nehmen und Unterstützung zu suchen.

Erst sichern, dann blockieren oder melden

Wenn du gerade eine beleidigende Nachricht erhalten hast, antworte nicht im Affekt. Klicksafe rät, nicht sofort zurückzuschreiben: Eine Retourkutsche kann die Auseinandersetzung weiter anheizen. Stattdessen könnt ihr gemeinsam dokumentieren, was passiert ist: Screenshots von Nachrichten oder Beiträgen machen, Datum und Plattform notieren und Nachrichten speichern. Wenn der Kontext wichtig ist, halte auch den Chatverlauf fest, nicht nur den einzelnen Satz. Bewahre die Unterlagen an einem Ort auf, auf den nicht alle Zugriff haben, und zeige sie einer Vertrauensperson. Teile demütigende Bilder nicht weiter, auch nicht mit Freundinnen oder Freunden, um „Beweise“ zu verbreiten. Nach dem Sichern könnt ihr die betroffenen Inhalte beim Dienst melden und den Kontakt blockieren. Das entfernt nicht zwingend bereits weitergeleitete Kopien – deshalb kann es sinnvoll sein, Schule und Beratungsstelle parallel einzubeziehen. Die konkreten Meldeschritte unterscheiden sich je nach Plattform. [Klicksafe: Hilfe und Tipps bei Cybermobbing](https://www.klicksafe.de/cybermobbing).

Schulpsychologische Beratung im Kreis nutzen

Wenn Mitschülerinnen oder Mitschüler beteiligt sind, ist die Schulpsychologische Beratungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises eine regionale Anlaufstelle. Sie berät Kinder, Jugendliche sowie Eltern; ihr Angebot ist kostenlos und vertraulich. Der erste Kontakt muss nicht sofort ein großes gemeinsames Gespräch mit der Schule bedeuten: Jugendliche können zunächst allein oder mit einer vertrauten Person klären, welche Unterstützung sie sich wünschen. Für das rechtsrheinische Kreisgebiet ist die Hauptstelle Siegburg zuständig: Mühlenstraße 49, Telefon 02241 13–2366. Die Telefonnummer und aktuelle Erreichbarkeit stehen auf der [Kreisseite zur Schulpsychologie](https://www.rhein-sieg-kreis.de/schulpsychologie); prüfe dort vor dem Anruf die Zeiten und Zuständigkeit für deinen Wohnort. Nach Bedarf kann es um Gespräche, Unterstützung in der Schule oder die Vermittlung weiterer Hilfe gehen. Geht das Mobbing vom schulischen Umfeld aus, kann eine Vertrauenslehrkraft oder Klassenleitung ein erster Kontakt sein. Wenn du nicht allein hingehen möchtest, bitte eine erwachsene Vertrauensperson, dich zu begleiten. Bei Unsicherheit ist es sinnvoll, zunächst anonym oder vertraulich Rat einzuholen.

Anonym sprechen – auch ohne fertigen Plan

Nicht alle Jugendlichen möchten sich zuerst an die Schule oder Familie wenden. Nummer gegen Kummer bietet ein anonymes und kostenloses Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111 an; erreichbar ist es montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr. Dort kannst du die Situation schildern, Fragen stellen oder zunächst einfach erzählen, was dich belastet. Es ist in Ordnung, noch nicht zu wissen, ob du eine Meldung, ein Gespräch in der Schule oder eine andere Lösung möchtest. Falls Telefonieren gerade nicht passt, bietet der Verein außerdem Online-Beratung per Mail und Chat an; die jeweiligen Zeiten und Zugangswege stehen auf der [Angebotsseite für Kinder und Jugendliche](https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendberatung/). Ein Gespräch verpflichtet dich nicht, sofort einen bestimmten Schritt zu gehen. Wenn du unmittelbare Gefahr für dich oder jemand anderen befürchtest, wende dich direkt an eine erwachsene Vertrauensperson oder die zuständigen Notdienste.

Ein kleiner nächster Schritt reicht

Du musst die Lage nicht allein lösen und nicht alles an einem Tag klären. Für heute kann ein konkreter Plan genügen: einer Person Bescheid sagen, eine Kopie der Nachrichten sichern und gemeinsam entscheiden, wen ihr als Nächstes kontaktiert. Erwachsene, die helfen, sollten ruhig zuhören und den Jugendlichen an Entscheidungen beteiligen, statt ungefragt Inhalte weiterzuleiten oder öffentlich zu konfrontieren. Wenn sich die Belastung über Tage hält oder Schule, Schlaf oder Freundschaften darunter leiden, ist das ein guter Anlass, Beratung zu nutzen. Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es dafür die Schulpsychologie; anonym erreichst du die Nummer gegen Kummer. Weitere Hinweise zu Dokumentation, Meldung und Unterstützung gibt es bei [klicksafe](https://www.klicksafe.de/cybermobbing).

Quellen

  1. Rhein-Sieg-Kreis
  2. Nummer gegen Kummer e. V.
  3. klicksafe
  4. Rhein-Sieg-Kreis